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Proseminar Fehlertoleranzverfahren
Struktur-Funktions-Modelle
Die Ursprünge der Fehlertoleranz-Verfahren gehen schon auf die Zeit
zurück als der Mensch anfing technische Systeme zu konstruieren. Es
war schon immer ein Bestreben der Menschheit alles selbst Erschaffene
zu verbessern. Da allerdings nichts perfekt ist und gerade die von
Menschen erdachten Systeme zu Fehlern neigen, erschien es wichtig
Maßnahmen zu treffen, die den Systemen erlauben Fehler im Betrieb zu
erkennen und zu beheben. Diese Eigenschaft bezeichnet man als
Fehlertoleranz. Aber auch hier war der Mensch mal wieder nicht
erster, schon in der Natur finden sich viele Beispiele für
Fehlertoleranz, so besitzt z.B. der Mensch manche Organe doppelt.
Die Motivationen, die zur Entwicklung der Fehlertoleranz-Verfahren
führten, waren recht unterschiedlich und haben auch heute noch ihre
Gültigkeit. Mit der fortschreitenden Entwicklung der Technik nahmen
die Gefahren, die durch den Umgang mit den Maschinen entstanden, zu.
So war es gerade bei der Personenbeförderung ein Hauptanliegen die
Maschinen und damit den Transport so sicher wie möglich zu machen. In
Flugzeugen, Schiffen, Bahnen und Autos gibt es deshalb eine Vielzahl
von Sicherheitsmaßnahmen, die das menschliche Leben schützen. Man
denke z.B. nur an den Airbag oder das Antiblockier-System im Auto.
Andere Entwicklungen entstanden aus dem Wunsch Systeme robuster zu
machen oder bestimmte Systemausfälle wieder in den Griff zu bekommen
um die Folgekosten eines Schadenfalls zu minimieren (z.B. Kernschmelze
im Atomkraftwerk).
Gerade auch in der Informatik spielt Fehlertoleranz eine zentrale
Rolle und findet sich in fast allen Hardware- und Sofwaresystemen
wieder. So wäre z.B. unsere heutige Telekommunikation ohne
Fehlertoleranz-Verfahren nicht möglich.
Um die Eigenschaften und Anforderungen an ein System eindeutig
formulieren zu können ist es wichtig diese zu klassifizieren und zu
benennen. Im Laufe der Entwicklung haben sich bestimmte
Systemeigenschaften und Kenngrößen herauskristallisiert, die im Umgang
mit Fehlertoleranz-Verfahren besonders wichtig sind.
Man unterscheidet hier hauptsächlich zwei Eigenschaften:
- Zuverlässigkeit [reliability] bezeichnet die Fähigkeit
eines Systems, während einer vorgegebenen Zeitdauer bei zulässigen
Betriebsbedingungen die spezifizierte Funktion zu erfüllen.
- Sicherheit [safety] bezeichnet einen Zustand, in dem beim
Auftreten eines Fehlers keine Gefahr für Mensch oder Sachwerte
besteht, ohne dass ausreichende Gegenmaßnahmen gewährleistet sind.
Ein Beispiel aus dem Zugverkehr verdeutlicht sehr schön den
Unterschied zwischen beiden Begriffen. Falls durch einen Fehler eine
Kollision bevorsteht, kann man, indem man alle Signale auf rot stellt
und die Züge damit zum Stehen bringt, den Zugverkehr in einen sicheren
Zustand überführen. Das System ist dann aber nicht mehr zuverlässig,
da die erwünschte Transportfunktion nicht mehr erfüllt wird.
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